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Info für die Eltern

Bundesweite Studie zu möglichen Ursachen von
Leukämie- und Tumorerkrankungen bei Kindern
- Eine Information für die Eltern -

 

Einleitung

In den letzten Jahren sind auffällige Häufungen von Leukämien bei Kindern u. a. in den niedersächsischen Gemeinden Sittensen und Elbmarsch ins Interesse der Öffentlichkeit gerückt. Eine durch die Landesregierung eingesetzte Expertenkommission veranlasste eine große Zahl verschiedenartiger Untersuchungen und Messungen vor Ort. Dabei  konnten keine Ursachen für die Erkrankungshäufungen entdeckt werden. Die Expertenkommission hat darauf hingewiesen, dass die Suche nach möglichen Ursachen für die nicht nur in Deutschland immer wieder beobachteten regionalen Erkrankungshäufungen letztendlich nur im Rahmen einer größeren wissenschaftlichen Studie Erfolg haben kann.


Die Durchführung einer solchen umfangreichen, bundesweiten Studie wurde durch das Institut für Medizinische Statistik und Dokumentation der Universität Mainz übernommen. An diesem Institut werden seit 1980  bundesweit Leukämie- und Tumorerkrankungen bei Kindern dokumentiert. Das Institut arbeitet dabei sehr eng mit den behandelnden Kliniken zusammen und unterstützt deren Forschungsarbeiten zur Weiterentwicklung der Behandlungsmöglichkeiten.

 

Fragestellung und Vorgehensweise

Im Mittelpunkt der Studie steht die Frage nach möglichen Risikofaktoren für die Entstehung von Leukämie- und Tumorerkrankungen im Kindesalter. Insbesondere soll geklärt werden, ob beobachtete Erkrankungshäufungen möglicherweise auf bestimmte Umwelt-  bzw. Lebensbedingungen zurückzuführen sind.


In der Studie wird ein erprobter Elternfragebogen eingesetzt, mit dem die Faktoren, die möglicherweise einen Einfluss haben könnten, abgedeckt werden. Die Befragung besteht aus einem schriftlichen Teil und einem ergänzenden telefonischen Interview .

In einigen Regionen, zunächst vorwiegend in Niedersachsen, sollen nach Absprache mit den Eltern auch die Umweltbedingungen vor Ort erfasst werden. Diese Messungen sind vorläufig auf einige Teilgebiete beschränkt. Falls sich dabei Hinweise auf Ursachen ergeben, können die Messungen später ausgedehnt werden.

In der Studie werden den Patienten gleichaltrige, nicht erkrankte Kinder aus der gleichen Region gegenübergestellt Die Adressen der Familien nicht erkrankter Kinder werden nach einem Zufallsverfahren über die Einwohnermeldeämter gewonnen. Damit soll vermieden werden, dass nur bestimmte Bevölkerungsgruppen für die Befragung ausgewählt werden.

 

Ihre Mitarbeit ist entscheidend

In der Studie sollen mehrere Tausend Eltern erkrankter und nicht erkrankter Kinder befragt werden. Die Aussagekraft der Studie hängt dabei ganz entscheidend von der Beteiligungsrate ab. Desha1b ist es wichtig, dass möglichst alle angeschriebenen Eltern antworten. Nach unseren bisherigen Erfahrungen ist die Bereitschaft zur Teilnahme bei den Eltern erfreulicherweise sehr groß.

Mit der Durchführung der bundesweiten Studie wurde Anfang 1993 begonnen. Die Befragung der Eltern wird sich voraussichtlich noch bis Mitte 1995 erstrecken. Die statische Auswertung der Daten wird danach mindestens ein Jahr erfordern. Nach Abschluss der Studie werden die Ergebnisse veröffentlicht und die beteiligten Eltern werden auf Wunsch über die Resultate informiert.


Mit unserer umfassenden, bundesweiten Studie hoffen wir, einen Beitrag zur Klärung des weltweit beobachteten Phänomens der regionalen Erkrankungshäufungen zu leisten und die Ursachenforschung bei kindlichen Leukämie- und Tumorerkrankungen insgesamt ein Stück voranbringen zu können.


Für Ihre Mitarbeit möchten wir Ihnen im voraus herzlichst danken.